Der Kederbacher - Johann Grill

Erster offizieller deutscher Bergführer und Erstbesteiger der Watzmann-Ostwand
Johann Grill, auch „Kederbacher“ genannt, war der erste offizielle deutsche Bergführer und ein Mann, dessen Leben die Geschichte der Alpenlandschaft prägte.
Auf den steilen Felswänden in Berchtesgaden, Österreich, der Schweiz und Italien
führte er seine Gäste zu den höchsten Gipfeln. Er meisterte den Alltag mit seiner Frau
Barbara und den zahlreichen Kindern und hinterließ eine Spur, die bis heute nachhallt.

Wir haben seine Geschichte aus historischen Quellen, Berichten seiner Nachkommen und literarischen Erinnerungen zusammengetragen – in einer Sprache, die seinen Geist und die Kultur seiner Zeit spürbar macht.

 

„Siehst, Hansei, unseren Watz?“, sagte Preißei und deutete auf die schneebedeckte Spitze des Watzmanns. „Was für ein Drum Berg, direkt vor unserem Haustürl. Meinst, dass wir zwei mal bis ganz nauf steigen werden?“

Mehr als fünfzig Mal bestieg Johann Grill einen Viertausender. Mit seinem Freund Johann Punz („Preißei“) gelang ihm die Watzmannüberschreitung und im Jahre 1881 die Erstbesteigung der gefürchteten Watzmann-Ostwand in den Berchtesgadener Alpen. [Sein Wikipedia-Eintrag]

Der Watzmann - sein Berg

Von Norden oder Nordosten betrachtet wirkt der Watzmann wie eine überragende, fast perfekt zugespitzte Pyramide, die sich majestätisch über die benachbarten Gipfel erhebt. An seiner linken Seite, durch einen markanten Zackengrat und ein kleines Eisfeld getrennt, ragt der Kleine Watzmann empor, im Volksmund auch das „Watzmannweibl“ genannt.
Ganz anders präsentiert sich der Berg, wenn man ihn von Osten oder Westen sieht. Dann erscheint er als breit aufragende, vielfach gegliederte Riesenmauer, durchzogen von Rinnen, Kluften und Erhebungen […]
Als er an Ostern 1881 mit dem Wiener Otto Schück an der Watzmann-Mittelspitze unterwegs war, deutete Kederbacher auf den Königssee runter zur Bartholomäwand.
„Na, Herr, wär’ dieses schöne Wandl nichts für uns?“
Schück war sichtlich beeindruckt, und so vereinbarten sie, die Ostwand – die höchste Felswand der Ostalpen – am Pfingstmontag endlich in Angriff zu nehmen […]


Seine Heimat - die Ramsau

Kederbacherlehen, Mordaualm und das Leben im Bergführerdorf

Seinen Lebensunterhalt verdient er zunächst auf dem heimischen Hof, später als Schachtelmacher und Holzknecht, als er anschließend ganz in den Stand der Bergführerei eintrat. Nach dem Führen seiner damaligen „Herren“ bestritt er seinen Lebensunterhalt als erster Hüttenwirt und Pächter des Watzmannhauses.

Sein ihm gewidmetes (neues) Buch